Komme ich durch das Schreiben zur Erkenntnis? Wenn ja, zu welcher?

Zur Erkenntnis über mich selbst? Über die Mitmenschen? Über das Sein der Dinge? Über das Wesen der Künste, der Literatur, der Malerei, der Musik?

Wieviel davon gehört einem allgemeinen Wissen an, wieviel ist meiner subjektiven Welterfahrung geschuldet?

Liebe Leserin, lieber Leser — willkommen auf diesen Seiten!

Schreiben ist immer sehr stark mit Erinnerung verbunden. Selbst wenn die Menschen, die meinen Roman bevölkern, sehr viel älter sind als ich und in einer anderen Zeit gelebt haben, bewegen sie sich immer als Figuren, die durch meine Erinnerung kontaminiert sind. Die Geschichten, die ich für meine Menschen erfinde, stammen aus den Tiefen meines Bewusstseins, in dem alles Erlebte, Gesehene, Gehörte gespeichert und abgelegt ist. Und manchmal hole ich aus diesem großen Topf etwas heraus, um es darzustellen — immer wird etwas aus dem Artenreichtum des Erinnerten an die Oberfläche geholt und neu präsentiert. Schreiben hat etwas zu tun mit objektivierter Erinnerung.

 Lesung und Präsentation des Romans "Mörderische Ausgrenzungen"
am 14. November 2017, 20 Uhr, in der Buchhandlung Osiander Heilbronn,

Fleiner Straße 3, 74072 Heilbronn.